Hohenloher Molkerei setzt auf PV-Park in Bobingen

Unsere Molkerei erhöht den PV-Anteil beim Stromverbrauch deutlich, spart sich aber die Eigeninvestitionen.

Der Ansatz: Über ein Power Purchase Agreement (PPA) sichert sich die Molkerei drei Jahre lang den Stromertrag eines PV-Parks in Bayerisch-Schwaben zum Festpreis. Die Hohenloher Molkerei kann so auf heimisch erzeugten Ökostrom zugreifen, spart jährlich etwa 500 Tonnen CO2 ein und erhöht die Kalkulierbarkeit der eigenen Stromrechnung.


Die Hohenloher Molkerei hat einen jährlichen Strombedarf von etwa 13.000 MWh – so viel wie etwa 5.000 Haushalte pro Jahr verbrauchen. Ab Januar 2026 wird etwa ein Zehntel davon durch einen PV-Park der LEW (Lechwerke AG) gedeckt. Die Anlage Bobingen 3 hat eine Leistung von über 1,2 MW. Der Park gehört zu einem großen Anlagenverbund südlich von Augsburg, etwa 170 Kilometer vom Sitz der Molkerei entfernt.

Die Hohenloher Molkerei kann künftig über die gesamte Erzeugung verfügen: „Jede Kilowattstunde Sonnenstrom, die der Park erzeugt, steht uns exklusiv als Eigenstrom zur Verfügung. Das verbessert die Ökobilanz unseres Genossenschaftsbetriebs um 500 Tonnen CO2 pro Jahr, zahlt auf unseren regionalen Ansatz ein und macht unsere Energiekosten ein Stück weit planbarer. Und das ohne Investment in eine eigene Erzeugungsanlage“, erklärt Martin Boschet, Geschäftsführender Vorstand der Hohenloher Molkerei eG.

Ökostrom per Direktliefervertrag

Möglich macht dies ein sogenanntes Power Purchase Agreement (kurz: PPA). Dabei schließen der Betreiber einer Erzeugungsanlage – in diesem Fall der PV-Park – und der Kunde einen Direktliefervertrag ab. Den PV-Park in Bobingen hat die LEW errichtet und betreibt ihn auch. Der physische Stromertrag fließt weiterhin am Standort der Anlage ins öffentliche Netz. Der Hohenloher Molkerei verrechnet die LEW zu jeder Zeit die Strommenge, die in Bobingen erzeugt wird. Im PPA haben die beiden Partner eine Laufzeit von drei Jahren und Pay-as-Produced über die gesamte Leistung der Anlage vereinbart. Dies bedeutet: Für die Bereitstellung des PV-Parks und den Betrieb zahlt die Molkerei an die LEW pro Kilowattstunde Stromertrag einen vorab vereinbarten Festbetrag.

„Wir können den PV-Park künftig so nutzen, als wäre es unser eigenes Sonnenkraftwerk“, erklärt Boschet. Die Molkerei schätzt, dass sie rund 90 Prozent des erzeugten Stroms selbst verbrauchen wird. „Heimischer Ökostrom zum Festpreis – das schafft Klarheit und spart uns Kosten“, so Boschet. Weil das PPA den kompletten Park umfasst, ist der Aufwand für Abrechnung und Abwicklung minimiert – diesen Vorteil reicht die LEW an den Kunden weiter.

Erneuerbare Energie mit Regionalgarantie

„Frisch aus der Region – das ist unser Markenkern“, betont Boschet. Die Molkerei in der Region Hohenlohe im Nordosten Baden-Württembergs bezieht ihre Milch von den Bauernhöfen im Umkreis von weniger als 200 Kilometern. „Kurze Wege vom Erzeuger bis zum Verbraucher – das ist nicht nur unsere Frischegarantie. Es ist vor allem auch nachhaltig wirksamer Klimaschutz“, betont Boschet.

Den hat die Genossenschaft auch bei der Energieversorgung im Blick und hat deshalb bereits vor mehreren Jahren auf dem Dach der Molkerei Photovoltaik-Module mit einer Gesamtleistung von 800 kW installiert. „Viel mehr geht hier am Standort nicht. Mit dem PV-Park in Bobingen jedoch können wir nun unsere Energieversorgung ein weiteres gutes Stück auf Nachhaltigkeit umstellen“, sagt Boschet. Zwar sei auch Erneuerbarer Strom mit Herkunftsnachweis (HKN-Zertifikat) nachhaltig erzeugt und verbessere die Klimabilanz. Hinter solch einem Zertifikat aber stehe häufig eine Stromproduktion, die Tausende von Kilometern entfernt ist. „Bobingen dagegen liegt nahe unseres Einzugsgebietes. Wir wissen nun ganz genau, wo unser Ökostrom herkommt: auf kurzem Weg aus unserem direkten Umfeld“. Und mit der LEW habe die Molkerei zudem einen starken, ebenfalls regionalen Partner, der das Unternehmen bereits seit über zehn Jahren verlässlich und fair mit Strom versorgt.